Wie mein Vater schwimmen lernte
Als mein Vater ein Kind war, konnte er nicht schwimmen.
Jeden Tag brachten ihn sein Bruder und sein Cousin zum Fluss, warfen ihn hinein und sahen zu, wie er im Wasser gegen das Ertrinken ankämpfte.
Kurz bevor er zu ertrinken drohte, sprang sein Cousin ins Wasser und zog ihn aus der Strömung.
Wochenlang wiederholten sie dieses Ritual und stellten seine Ausdauer auf die Probe, bis er schließlich lernte, sich im Wasser zu bewegen.
Bis heute kann mein Onkel nicht schwimmen.
Durch diese Installation wollte ich das Konzept der Angst – insbesondere die Angst vor Wasser – erkunden und gleichzeitig Fragen über Verantwortung aufwerfen. Die Arbeit beschäftigt sich mit den fließenden Grenzen zwischen Fürsorge und Schaden und untersucht, wie scheinbar verantwortungsvolles Handeln zu unbeabsichtigten Konsequenzen führen kann. Die Arbeit setzt sich mit individuellen Vorstellungen von Verantwortung auseinander, geht über rechtliche und ethische Normen hinaus und beleuchtet auch deren potenziellen Missbrauch. Durch die Verwendung von Wasser als zentralem Symbol greift die Arbeit auch breitere politische Kontexte wie die Flüchtlingskrise im Mittelmeer auf und verbindet persönliche Geschichte mit drängenden zeitgenössischen Themen.
Autor: Duško Ruljević
Stimme: Raphaela Andrade
Produktionsleitung: Michael Dachselt
Besonderer Dank an: Jan Philipp Grelich, Ivana Ruljević, Sandra Wessberg










Wie mein Vater schwimmen lernte
Als mein Vater ein Kind war, konnte er nicht schwimmen.
Jeden Tag brachten ihn sein Bruder und sein Cousin zum Fluss, warfen ihn hinein und sahen zu, wie er im Wasser gegen das Ertrinken ankämpfte.
Kurz bevor er zu ertrinken drohte, sprang sein Cousin ins Wasser und zog ihn aus der Strömung.
Wochenlang wiederholten sie dieses Ritual und stellten seine Ausdauer auf die Probe, bis er schließlich lernte, sich im Wasser zu bewegen.
Bis heute kann mein Onkel nicht schwimmen.
Durch diese Installation wollte ich das Konzept der Angst – insbesondere die Angst vor Wasser – erkunden und gleichzeitig Fragen über Verantwortung aufwerfen. Die Arbeit beschäftigt sich mit den fließenden Grenzen zwischen Fürsorge und Schaden und untersucht, wie scheinbar verantwortungsvolles Handeln zu unbeabsichtigten Konsequenzen führen kann. Die Arbeit setzt sich mit individuellen Vorstellungen von Verantwortung auseinander, geht über rechtliche und ethische Normen hinaus und beleuchtet auch deren potenziellen Missbrauch. Durch die Verwendung von Wasser als zentralem Symbol greift die Arbeit auch breitere politische Kontexte wie die Flüchtlingskrise im Mittelmeer auf und verbindet persönliche Geschichte mit drängenden zeitgenössischen Themen.
Autor: Duško Ruljević
Stimme: Raphaela Andrade
Produktionsleitung: Michael Dachselt
Besonderer Dank an: Jan Philipp Grelich, Ivana Ruljević, Sandra Wessberg












