Wie meine Mutter fast abgetrieben hat

Wie meine Mutter fast abgetrieben hat

Als meine Eltern nach ihrer Hochzeit zum Auto gingen, hallte der Klang der Feier noch nach.

Ganz der Tradition folgend feuerte mein Großvater seine Waffe ab und schoss in die Luft. Eine Kugel blieb im Lauf stecken.

Als er die Waffe ablegte, löste sich ein Schuss – die Kugel traf meine Großtante und durchbohrte ihre beiden Beine.

Meine Mutter hörte die Schreie und drehte sich um. Als sie das Blut ihrer Tante sah, wich alle Farbe aus ihrem Gesicht und ein Schmerz durchfuhr ihren Bauch.

Sie wurde ins Krankenhaus gebracht und man sagte ihr, dass sie das Kind möglicherweise zu früh gebären würde.

Doch am Ende kam ich vier Wochen später als erwartet zur Welt.

Diese Arbeit basiert auf einer Familiengeschichte über einen Unfall während der Hochzeit meiner Eltern, der beinahe zu meiner Frühgeburt geführt hätte. Der Vorfall diente als Ausgangspunkt, um zu untersuchen, wie traumatische Ereignisse durch Nacherzählung und Mythisierung wahrgenommen und verstanden werden.

Durch die visuelle Darstellung dieser persönlichen Geschichte wollte ich erforschen, auf welche vielfältigen Weisen das Publikum solche Bilder neu interpretiert und sich damit verbindet. Die Arbeit beschäftigt sich mit der Subjektivität von Erinnerung und Trauma und stellt die Frage, wie individuelle Erfahrungen das Verständnis persönlicher Geschichten formen und was geschieht, wenn diese Erzählungen mit einem breiteren Publikum geteilt werden.

Autor: Duško Ruljević
Besonderer Dank an: Ivana Ruljević

Wie meine Mutter fast abgetrieben hat

Als meine Eltern nach ihrer Hochzeit zum Auto gingen, hallte der Klang der Feier noch nach.

Ganz der Tradition folgend feuerte mein Großvater seine Waffe ab und schoss in die Luft. Eine Kugel blieb im Lauf stecken.

Als er die Waffe ablegte, löste sich ein Schuss – die Kugel traf meine Großtante und durchbohrte ihre beiden Beine.

Meine Mutter hörte die Schreie und drehte sich um. Als sie das Blut ihrer Tante sah, wich alle Farbe aus ihrem Gesicht und ein Schmerz durchfuhr ihren Bauch.

Sie wurde ins Krankenhaus gebracht und man sagte ihr, dass sie das Kind möglicherweise zu früh gebären würde.

Doch am Ende kam ich vier Wochen später als erwartet zur Welt.

Diese Arbeit basiert auf einer Familiengeschichte über einen Unfall während der Hochzeit meiner Eltern, der beinahe zu meiner Frühgeburt geführt hätte. Der Vorfall diente als Ausgangspunkt, um zu untersuchen, wie traumatische Ereignisse durch Nacherzählung und Mythisierung wahrgenommen und verstanden werden.

Durch die visuelle Darstellung dieser persönlichen Geschichte wollte ich erforschen, auf welche vielfältigen Weisen das Publikum solche Bilder neu interpretiert und sich damit verbindet. Die Arbeit beschäftigt sich mit der Subjektivität von Erinnerung und Trauma und stellt die Frage, wie individuelle Erfahrungen das Verständnis persönlicher Geschichten formen und was geschieht, wenn diese Erzählungen mit einem breiteren Publikum geteilt werden.

Autor: Duško Ruljević
Besonderer Dank an: Ivana Ruljević